Blätter, Wasserpflanze, Grün, Wasser, Teich, See
             

Ein Morgen kommt, `ne Nacht vergeht.

Ein Tag erlischt, doch der Hahn kräht.

Die Zeit fließt im Verstand umher,

doch der Verstand läuft in ihr leer.

Er zählt und denkt in Sekundentakt,

und sieht Sandkörner als goldene Pracht.

Er nimmt die Zeit zur Hand als Maßband,

und lebt als Bettler so zum Straßenrand.

Plötzlich ein Blitz trifft in dem Raum ein.

Ein Getöse der Stille bricht herein-

es ist die kristalline Oase aller Ruhe,

des ewigen Bewusstseins wahre Truhe.

Gottesschau

Wenn ich die Augen schließe, sehe Dich.

Wenn ich sie öffne, Dich seh`ich erneut.

Als reines Licht erblicke Dich,

Weil ich mich ablöse, wirst Du erfreut.

Wenn ich die Augen schließe, erblicke mich.

Wenn ich sie öffne, mich sehe erneut.

Als reines Licht erkenne immer mich,

Da ich mich in Dir auflöse, bist Du erfreut.

Wenn ich die Augen schließe, sehe Licht.

Wenn ich sie öffne, Licht wird zur Natur.

Als reines Licht erstrahlt immer die Sicht,

Es ist nur Ganzheit, nicht mal ein Kontur.

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MAYA
(Metamorphose)

Aus Licht und Schatten kommt die Form hervor,
und daraus entsteht das Nachher und Bevor,
Kontrast ohn`Gegensätze ist nicht sichtbar,
zahllose Tonalitäten gibt`s für das Ohr sogar.

Weiß wird aus der Mischung aller Farben,
Doch Schwarz tritt hervor, wenn sie alle starben.
Beide sind da nur in Bezug auf Farben,
doch unreal sind sie, nur dimensionale Narben.

Die ganze Welt ist eine Malerei,
Mit Ton und Farben, Formen allerlei,
Des Zuschauers leicht täuschbare Aug`irrt,
Für ihn ist wahr das Kunststück, ist verwirrt.

Er schaut nun auf die gemalte Szene,
Plötzlich dehnt sich alles, als es käme,
Die Konturen sind lebendig, Formen wahr,
Urstehende Kreaturen sind jetzt Wahn.

Aus Nichts kommen Wirbel und die Wogen ,
Wellen strömen ein wie ewig`Bögen,
Aus der Starrheit kommt ein Rollen hervor,
Ganzes Panorama ist wie nie zuvor.

Donner, Blitz,
Sonne und Regen, Landschaft,
Alles gebiert sich und wird abgeschafft,
Gezeiten und alles Zeit wechseln sich,
es atmet, bebt, blitzt und rhythmisch dreht sich.

Und auf einmal das Ganze bleibt still:
die Zeit, Bewegung, und der Raum : Spiel.
All das Getöse ist nur ein Gespenst,
Alles ist wieder wie es war: gebremst.

Der Zuschauer hat es bewirkt: er hat
die Augen zugemacht, sein Blick ist matt,
der Zauber ist verschwunden, aufgelöst,
der Seher kennt den Trick, er ist erlöst.

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