Steampunk, Stadt, Uhr, Uhr Stadt, Fantasie, Sci-Fi

Mit Sicherheit kann man die ganze Unsicherheit des Lebens nicht genau beschreiben, aber sicherlich kann man sie genau bestätigen.

Vom ersten gewagten Laufschritt als Kleinkind, bis hin zum gewagten Erwachsenen-Dasein, ist unser ganzes Leben eine kontinuierliche Entscheidungskette, die ständig von Unsicherheit geprägt ist. Jede bewusste Bewegung, Antwort, Diskussion, Aktion und jedes Ereignis wird ununterbrochen davon begleitet.

Der sicherste Begleiter des Lebens ist die Unsicherheit.

Was diese Unsicherheit überhaupt ausmacht? Alles. Ja, alles, ausnahmslos: sei es Entgegennahme deiner Frage und Antwort, Leidenschaft, Tat – ALLES IST ENTSCHEIDUNG. Und Entscheidung ist unverweigerlich gebunden an Unsicherheit eigener Trefflichkeit. Strikt gebunden an innig gewünschter Genauigkeit, an absoluter Sicherheit. Zielen, Schießen, Treffen. Alles ist wie ein Dartspiel. Oder Bogenschießen.

Leben als Bogenschießen. Individuum als Bogenschütze, Schießen als Möglichkeit, Ziel als Potential- so entstand das Zen-Bogenschießen…

Bogenschießen, Japanisch, Pfeil, Bogen

Nun… jeder schießt. Jeder ist ein Bogenschütze. Ein Bewusster oder ein Unbewusster. Jede Absicht, jeder Gedanke, Dialog und jede Aktion- das ergibt die erlebte Summe aller Entscheidungen. Denn jede unsere Entscheidung wird auch ununterbrochen als Auswirkung erlebt. All unsere Entscheidungen, seien sie nun instinktiv-unbewusst oder radikal-bewusst, werden ununterbrochen lebendig. Entscheidungen werden immer lebendig, sie tanzen vor und nehmen uns dann als ihre Tanzpartner. Wir wählen sie und sie wählen also uns. Wir tanzen zusammen den Tanz des Lebens.Sie alle bestimmen unser gesamtes Leben, nachdem wir sie getroffen haben. Wir alle sind hier Billardspieler und Billardkugeln, die im desselben Spielsaal spielen. Wir alle sind Bogenschützen desselben Übungsfeldes. Alle Auswirkungen unserer Entscheidungen zeigen sich unmittelbar als Ereignisse- im strikten oder weltweiten Umfeld, ja im ganzen Feld kosmischer Universen: im Feld des Lebens.

WIRKLICHKEIT IST UNVERÄNDERLICH. Wenn das Leben absolut wirklich wäre, wäre es absolut unveränderlich. Es gäbe weder Zeit, noch Raum und Vielfalt. Keine Transformation, keine Änderung. Nichts davon. Alles wäre einheitlich. Alles wäre unerschaffen und unsterblich. Es gäbe weder Zeit, noch Raum. Weder jemand, also weder ein „ich“, noch ein „was“. Weil es aber nicht so ist, so ist das ein Beweis der Illusion. Jeder Buddha und Erleuchteter jeder Religion- und auch jenseits von ihr- , hat dieselbe Absolute Wirklichkeit jenseits aller illusorischen Realität gesehen. Jeder Erwachter hat sie unwiderruflich erlebt. Nun, auch die Physik hat die illusorische Realität der Welt formlich, rein theoretisch erkannt. Weil sie, die Wissenschaft, fortgeschritten ist. Weil die Erkenntnisse des Menschen ihn weiter vorantreiben. Sie hat`s vor mehr als hundert Jahre erkannt, dass Raum und Zeit völlig relativ sind. Und damit eben die Tatsache erkannt, dass alles Raum- Zeit ein Gedanke ist. Das beide Elemente verbunden, absolut vernetzt sind und, in ihrer Relativität, alles Kosmos und Wesen zu bedeuten haben. Und das sind sie wirklich. Ja, die Illusion ist real und die Realität ist illusorisch. Doch DAS kaut und schluckt beinahe kein normaler Verstand. Das kann er auch nicht so einfach.

Bewusstsein ist all das, was wir nun kennen und auch nicht kennen. Was wird sind und nicht zu sein scheinen. Was wir lieben, aber auch hassen. Was wir schätzen, aber auch verabscheuen. Licht und Dunkelheit, gleichermaßen- und doch ist unser Wesen reines Licht! Randloses, ewiges, namenloses Bewusstsein- das ist mein und dein, unser und euer Wesen. Und dieses überpersönliches Wesen, unsere Essenz ist Bewusstsein. Und dieses Bewusstsein kreiert alles Form durch Zeit und Raum aus sich, in sich. Sie beide- Raum und Zeit- sind Keilrahmen und Farben. Alles ist ein Gedanke- der sich ständig entwickelt und sich spiralförmig dreht.

Bewusstsein als Schöpfer, der Gedanke als Schöpfung. Wie könnte da die Vernunft wirklich mitmachen? Wie könnte sie mithalten? Und wie lange? Und um sich ansehen zu können, wie die Schöpfung eigentlich vonstatten geht, wie sie im Bewusstsein projiziert wird? Wie die Schöpfung erschaffen, erhalten und aufgelöst wird?

Doch alles Wirklichkeit wird da weder erschaffen, noch verändert und aufgehoben. Sie genießt weder Form in Zeit und Raum, noch Vielfalt, noch Änderung. Es gibt da weder ein jemand, noch etwas und ein jemals. Das ist eben ein Zustand „der Leere“. Das bedeutet sie und im Buddhismus mit dem Begriff des Shunyata beschrieben. Der unbeschreibliche Zustand jenseits von allem, alles in sich seiend, und doch weder am Sein, noch an Nichtsein gebunden. Der perfekte Zustand. Nirvana, der höchste Samadhi. Und das eben ist das Erstaunlichste und Schockierendste für absolut jeden Verstand. Viele haben versucht, ihn zu beschreiben.

Doch welcher Mund kann aussprechen das, was jede Stimme verstummt?

Im Feld des Relativen Bewusstseins, wird das Sein zur Realität. Da fließt alles in sich und aus sich, alles zyklisch und auch innerhalb kosmischer großen und kleinen Zyklen, unzyklisch strömend. Alles unstett, alles vielfältig, alles veränderlich. Da ist aktiv einzig die schöpfende Idee des Seins. Der Gedanke des Lebens. Innerhalb Relativen Bewusstseins, ist real genau das, was nicht real ist. Und das, was eigentlich real ist, wird als utopisch und irreal angesehen. Als unlogisch und unwirklich angedacht. In der begrenzten Vernunft, im eingezäunten Denken, gilt Wirklichkeit als unwirklich. Hier hat Gültigkeit nur das Ego, das an der sterblich- individuellen Logik hängt. Hier tickt es ununterbrochen als Pendel der Dualität und vom Eigeninteresse. Hier, im Relativen, genießt Gültigkeit nur das Interesse. Nur die Dualität. Recht oder Unrecht, „gut“ und „böse“, Mann und Frau. Ja, auch links- rechts und oben-unten. Nur die Scherben der Gegensätze. Der Schöpfungsgedanke des Bewusstseins bleibt im Relativen voll unerkannt. Doch das Absolute kann man nie mit dem Relativen erkennen. Den Ozean kann man nicht mit einem Pappbecher messen.

Welle, Wasser, Surfen, Ozean, Meer, Gischt, Wind

Im Feld Absoluten Bewusstseins, gibt es weder Formen oder Gedanken, noch Gefühle einer Person, der sie sendet und empfängt. Da gibt es weder Geburt, noch Tod. Da ist weder ein „da“, noch ein „dort“. Im Absoluten Bewusstsein gibt`s weder Sein, noch Nichtsein. Da ist man alles, ohne es sein zu müssen. Da ist man weder Tropfen, noch Welle. Da ist man Wasser. Nur die Stille beschreibt es richtig.