Die Yoga-Sutras des Patanjali

The True Nature of Patanjali’s Yoga Sutras

Im Folgenden wird aufgeführt die Essenz der Yoga-Psychologie, welche vor 2000 Jahren vom indischen erleuchteten Weisen Sri Patanjali Maharishi zusammengefasst und als “ Die Yoga-Sutras“ oder „Die Rajayoga-Sutras“der Nachwelt geschenkt worden ist.

Lotosblume, Blume, Marienkäfer, Natur, White, Green

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1. SAMADHI-PADA

(Kapitel der Kontemplation, der Erleuchtung)

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1.1 „Atha yoga-anusasanam“.

Jetzt wird Yoga beschrieben.

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1.2. „Yogas cittavritti-nirodhah.“

Yoga ist die Aufhebung(das Zurückhalten) geistiger Gedankenwellen.

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1.3. „Tada drastuh svarupe avasthanam“.

Dann ruht der Sehende(das Selbst) in seiner eigenen Natur.

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1.4. „Vritti sarupyam itaratra.“

Ansonsten nimmt dieser die Form eigener (selbstkreierter)Wellen.

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1.5. „Vrittayah pancatayyah klista-aklistah.“

Es gibt 5 Arten der Gedankenwellen (Bewusstseinsmodifizierungen), die entweder leidvoll oder leidlos sind.

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1.6. „Pramana- viparyaya-vikalpa-nidra- smritayah.“

Das sind: rechte Erkenntnis, Misverständnis, Vorstellung, Schlaf und Erinnerung.

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1.7. „Pratyaksanumanagamah-pramanani.“

Der Ursprung richtiger Erkenntnis sind : direkte Wahrnehmung, Schlußfolgerung und Überlieferung.

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1.8. „Viparyayo mithyajnanam atadrupa-pratistham.“

Misverständnis kommt vor, wenn Erkenntnis (von etwas) nicht auf dessen richtiger Form basiert.

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1.9. „Sabda jnananupati vastu sunyo vikalpah.“

Vorstellung ist jene Erkenntnis, die nur auf Worten basiert, welche keine Realität, nur Leerheit besitzen.

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1.10. „Abhava pratyayalambana vrittir-nidra.“

Schlaf ist jene Bewusstseinsmodifikation oder Welle, die auf Realitätslosigkeit, auf Wahrnehmungsmangel basiert.

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1.11. „Anubhuta visayasampromosah smrtih.“

Erinnerung ist der Zustand, in welchem das bereits Erfahrene/Erlebte nicht vergessen, sondern wiedergegeben wird.

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1.12. „Abhyasa vairagyabhyam tanniroddhah.“

Die Bewusstseinswellen(Gedankenwellen) können durch Übung und Verzicht zurückgehalten werden.

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1.13. „Tatra sthitau yatno abhyasah.“

Übung bedeutet die intensive Bemühung zur Unbeweglichkeit des Bewusstseins.

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1.14. „Sa tu dirgha kala nairantarya satka-rasevito dridhabhumih.“

Praxis(Übung) wird zur Grundlage, wenn dies über lange Zeit geschieht, ohne Unterbrechung und in aller Ernsthaftigkeit.

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1.15. „Dristanusravika visaya vitirshnasya vashikara samjna vairagyam.“

Nichtbegehren der gesehenen oder gehörten Gegenstände, die Abhängigkeit ausüben, bedeutet Selbstkontrolle oder Loslösung des Bewusstseins.

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1-16. „Tat param purusa khyater guna vaitirshnyam.“

Mangelndes Begehren gegenüber der Gunas (der 3 kosmischen wirkenden Kräfte: sattvas, rajas, tamas- Positivität, Dynamik, Negativität) führt zur Realisierung des Bewusstseins, welche die höchste Form der Loslösung ist.

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1.17.“ Vitarka vicara-ananda-asmita-anugamat samprajnatah.“

Samprajnata Samadhi (Distinktive Kontemplation oder TeilErleuchtung) ist begleitet von Logik, Überlegung, Seligkeit und „Ich“-Gefühl (Persönlichkeit, Individualität).

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1.18 „Virama pratyayabhyasa purvah samskarashesho`nyah.“

Die andere Art (die Absolute Erleuchtung, auch Asamprajnata-Samadhi genannt) besteht nur, wenn es die komplette Aufhebung aller Bewusstseins- oder Gedankenwellen stattfindet und nur die Eindrücke der Erlebnisse übrig bleiben.

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1.19. „Bhavapratyayo videha prakritilayanam.“

Diejenige, die den physichen Körper verlassen haben und gehen als himmlische Götter(Wesenheiten) in die Urnatur ein (nach dem Samprajnata -Samadhi), werden wiedergeboren.

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1.20. „Shraddha virya smriti samadhi prajna- purvaka itaresham.“

Die anderen (inkarnierten) erreichen Erleuchtung durch Glaube, Strenge, Erinnerung, Versenkung (Samadhi) und Weisheit.

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1.21. „Tivra samveghanam asannah.“

Das wird erreicht sehr schnell von den Hingebungsvollen.

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1.22. „Mridu madhyadhimatratvat tato`pi visheshah.“

Da gibt es einen Unterschied der Intensität (der Praxis,Übung), die entweder schwach, mittel oder intensiv sein kann.

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1.23. „Ishvarapranidhanad va.“

Oder, dies kann erreicht werden durch Hingabe an Gott.

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1.24. „Klesha karma vipakashayair aparampishtah purushavisesha Isvarah.“

Ishvara, Gott, das höchste Bewusstsein, wird nicht berührt von leidvollen karmischen Bindungen (der Kausalität) bei Taten(Aktionen) oder Ergebnisse (Früchte) der Taten, oder bei irgendwelchen Eindrücke der Wünsche.

1.25. „Tatra niratishayam sarvajna bijam.“

In Ihm befindet sich die komplette Keimmacht des Allwissens.

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1.26. „Sa purvasham api guruh kalenanavachedat.“

Er ist der von der Zeit unberührte Meister aller je existierenden Meister.

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1.27. „Tasya vacahah pranavah.“

Sein Klang oder mystischer Laut ist „OM“.

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1.28. „Tajjapas tadartha bhavanam.“

Das Mittel ist das wiederholte Rezitieren dessen und Reflektieren darüber.

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1.29. „Tattah pratyak cetanadhigamo-`pyantarayabhavash cha.“

Von dieser inneren Praxis all die Hindernisse verschwinden und es kommt somit zur Erkenntnis des Selbst.

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